Emma
zieht ein
Unsere erste
Steckdosennase war Emma, ein vietnamesisches Hängebauchwein mit einem tollen
Charakter. Wir wissen nicht genau, wo Emma geboren wurde, auch wie alt sie war,
wollten oder konnten uns die Vorbesitzer nicht sagen. Sicher ist Emma ist im
vierten Stock einer Neubauwohnung groß geworden, vielleicht hat sie in ihrer
Jugend ab und an mal grünes Gras gesehen, später als erwachsenes Minischwein
mit mehr als 50 kg nicht mehr. Den Umzug aus der Wohnung und in unser Auto
verschlief sie in Narkose. Bei uns angekommen, war sie allerdings wach und
nicht begeistert vom Wohnungswechsel. Über viele Stunden hinweg weigerte sie
sich das Fahrzeug über eine Rampe zu verlassen. Erst mit vielen Leckereien und
Teppichen, ja Teppichen, denn Wege, Gras usw. kannte sie nicht. Teppiche
blieben in den ersten Tagen ein Thema. Es hat gedauert bis Emma einfach über
eine Wiese oder einen Weg lief.
Von und mit
Emma haben wir gelernt, was ein Minischwein braucht, um glücklich alt zu
werden. Wenige Wochen nach Emma zog Anton bei uns ein, ebenfalls ein vietnamesisches
Hängebauchschwein.
Ausreißer,
die 1.: Emma bringt nichts aus der Ruhe
Unsere
Minischweine waren immer neugierig, aber ganz ehrlich so mutig wie Emma, war
kein anderes Minischwein. Schon nach wenigen Tagen ist sie mir heimlich auf die
Pferdekoppel gefolgt, sprich Tor ausgehoben und weg war sie. Erst nach zwei
Tagen tauchte sie hungrig und nach mir rufend wieder auf, keine Ahnung, wo sie
sich versteckt hatte.
Spaziergänge
mit Emma und Anton waren nicht nur bei uns beliebt, viele Kinder aus dem Dorf schlossen
sich uns an. Gerade Emma brachte nichts aus der Ruhe. Während Anton vor einem
laut aufheulenden Motorrad schon mal in einen schnellen Schweinsgalopp verfiel,
setzte sich Emma einfach auf die Straße und schaute sich den Krachmacher in
aller Ruhe an.
Ausreißer,
die 2.: Eberhard
Eberhard,
ein sportliches Minischwein, war und ist mein besonderer Liebling. Die Gründe sind vielfältig, zum einen war er
sehr liebevoll zu seinen Mädels sowie seinem Nachwuchs und zum anderen sehr
gelehrig. Er lernte zum Beispiel neben mir auf die Hausbank zu klettern und
dort einfach zu sitzen. Er hatte aber auch unsere Nachbarn im Griff. Manch
einer schenkte ihm und den anderen beim Vorbeigehen eine kleine Leckerei, wurden
Eberhard und seine Familie aber von ihnen vergessen, öffnete er einfach das Tor
und erinnerte seine Lieferanten daran, indem er ihnen folgte.
Eine normale
Türklinge oder ein Schieberiegel sind für viele Minischweine kein Problem.
Eberhard schaffte es sogar einen noch oben gestellten Türgriff zu öffnen.
Ausreißer,
die 3.: Dana ist weg
Auch wir fahren
mal in den Urlaub, unsere Minischweine fanden bekannte aber dennoch nicht zur
Familie gehörende Futterlieferanten nie wirklich toll, aber Dana schoss
wirklich den Vogel ab. Sie machte sich einfach hochtragend aus dem Staub.
Unsere Urlaubsvertretung rief schon am dritten Urlaubstag völlig verzweifelt
an, weil Dana einfach nicht auffindbar war. Was blieb uns anderes übrig als
nach Hause zu fahren. Und wer tauchte nach nur 5 Minuten wieder auf? Unsere
Dana mit 7 kerngesunden Ferkeln im Schlepptau. Wie sie das Grundstück Zaun und
Stromdraht sowie den Weidezaun (ebenfalls Stromdraht) der Pferdkoppel verlassen
konnte keine Ahnung, klären konnten wir, dass sie im hohen Gras der
benachbarten Wiese einen Kessel gebaute und dort die ersten Stunden mit ihren
Kleinen verbrachte.
In der
Ferkelsaison haben wir nie wieder eine Urlaubsreise geplant, im Herbst oder
Winter gibt es ebenfalls vieles zu entdecken!
Ausreißer,
die 4.: „Euer Schwein macht das Dorf unsicher“
So lautete
der Anruf, also schnell durchgezählt, alle 5 Steckdosenasen schlafen friedlich.
Schnell zurückgerufen ist, keines von unseren Tieren. Zehn Minuten später der
nächste Anruf: „Euer Schwein verwüstet meinen Vorgarten“; „Ist keines von
unseren Minis“, lautete meine Antwort. Der dritte Anrufer war dann schon
richtig sauer und drohte mit der Polizei. Zehn Minuten später war diese da, und
erklärte uns, dass wir unser aggressives Schwein wieder einfangen sollen. Wir
wieder: „das ist nicht unser Minischwein, unsere 5 sind alle da.“ Die Beamten
haben selbst nochmals genau nachgezählt und dann gefragt, ob wir mithelfen
könnten, dass nicht gerade freundliche Tier einzufangen.
Helfen beim
Einfangen, ok, aber zu uns auf dem Hof durfte er nicht nur aus
seuchenrechtlichen Gründen nicht. Unser Eber Marlow hätte den anderen ausgewachsenen
Eber niemals akzeptiert. Und testen, wie stabil unsere Trennboxen sind, wenn
die beiden versuchen die Rangordnung zu klären, wollten wir auch nicht. Der
Eber kam zunächst in einem Reitstall im Nachbarort unter. Erst später stellte
sich heraus, dass es im Dorf eine Familie gab, denen der Eber gehörte. Diese
waren wohl ganz froh, dass er weg war, denn das Tier war dem Menschen gegenüber
nicht freundlich eingestellt.
Unerwünschte
Besucher
Minischweine
ziehen viele Besucher an, dies gilt insbesondere, wenn quirlige Ferkel zu sehen
sind. Die meisten der Gäste, waren bei uns auch willkommen, wir haben gern all
ihre Fragen beantwortet. Nahezu immer fand sich eine Steckdose, die sich über
Streicheleinheiten freute.
Ab und an
gab es allerdings auch Vorfälle, die wegen ihrer Dreistigkeit in Erinnerung
geblieben sind. Unsere Sauen führten entspannt ihre Ferkel auf dem Grundstück
spazieren. Plötzlich lautes ängstliches Quicken der Ferkel und aufgeregtes
Schnauben der Sauen, ein Blick aus dem Fenster zeigte mir, dass wir
unerwünschten Besuch hatten. Nach Selfies mit den Ferkeln wurden wir oft
gefragt und mit gebührendem Abstand haben wir Fotos auch immer zugestimmt. Aber
diese Besucher waren nicht nur einfach über den Zaun geklettert, sie hatten
auch eine Sau mit ihren Ferkeln in eine Ecke des Grundstücks gedrängt. Mein
Rufen beeindruckte sie nicht, auch das die Sau kurz davor war angreifen,
erkannten sie nicht. In diesem Moment kam Eberhard aus dem Stall und rannte
laut schnaubend und mit den drohenden Bellgeräuschen auf die Szene zu. Ganz
ehrlich, die Sprünge und Stürze der unerwünschten Besucher über den Zaun waren
ein toller Anblick.
 |
| Molly mit Hope |
Hope, ein
ganz besonderes Minischwein
Manchmal
wurde es auch bei uns schwierig und so zum Beispiel als Hope geboren wurde und
ihre Mutter sie nicht annahm. Wir hatten im Moment keine andere Sau mit so kleinen
Ferkeln. Die jüngsten waren sechs Wochen alt und gegen diese Rasselbande konnte
sich Hope nicht durchsetzen. Also haben wir Hope mit in die Wohnung genommen
und versucht sie von Hand aufzuziehen. Schnell lernte Hope aus der Flasche zu
trinken, aber als Kuschelpartner reichten wir ihr nicht, zudem hatten wir
Angst, dass nur handtellergroße Ferkel im Schlaf zu erdrücken. Unsere
Border-Collie-Mix Hündin Molly sprang nicht nur als Kuschelpartner ein, sie
wurde sogar zu ihrer Ersatzmutter. Molly beschütze Hope vor den älteren Rüpeln,
ja, ältere Ferkel sind mitunter richtig gemein zu jüngeren. Sie zeigte ihr die
Toilette und sogar das Stroh zum Schlafen besser ist als Decken.
Hope lebte
immer in zwei Welten, sie hatte nie selbst Nachwuchs!
Minischweine
- freundliche Mitbewohner
Unsere
Minischweine haben sich in all den Jahren immer sehr gut mit all unseren
anderen Haustieren verstanden. Ganz gleich, ob mit unseren Zwergziegen, den
Ponys, Katzen oder gar unseren Hunden. Anton diente nicht nur unserer Katze Ben
als Reittier, auch die jungen Zwergziegen wurden gern vom ihm von einem Ort zum
anderen getragen. Ich erinnere mich an viele gemeinsame Spaziergänge, auf denen
unsere Hunde geduldig auf die Minis warteten, die mussten immer wieder einen
kleinen Grassnack genossen.
Jeder Besucher
wurden von den Minischweinen vom Spukberg freundlich begrüßt und dies tun sie
oder besser ihre Nachkommen immer noch, nicht nur in Deutschland, sondern auch
in Holland, Dänemark, Österreich und der Schweiz. Einige sind mit oder gerade
wegen ihrer prominenten Besitzer recht bekannt geworden.
Es gibt noch
so viele schöne Erinnerungen, zum Beispiel wie unsere Mini´s zu Gärtnern wurden
oder wie jene wie unsere Ferkel ….