Montag, 21. September 2026

Warum alles zu Ende ging?

 2023 wurde nur wenige Kilometer von unserem Landkreis entfernt, zum ersten Mal an der afrikanischen Schweinepest verendete Wildschweine gefunden. Unser aus- und einbruchsicheres Gehege reichte plötzlich nicht mehr aus, obwohl der Zaun schon 1 m hoch war und einen Untergrabschutz besahs. Einziger Nachteil, die Schlafhütten waren nicht winterfest. Noch glaubten wir, dass unsere Minis, täglich den 5 m langen Weg von Stall zum Gehege laufen dürften, aber dem war aber nicht so. Sie durften noch nicht mal im Stall freilaufen, wegen der Ponys, die den gleichen Weg benutzen. Also bauten wir winterfeste Hütten ins Außengehege. Bis zu diesem Zeitpunkt wohnten unsere Minischweine im Winter frei im Stall und nutzten dort eine etwa 20 qm große Schlafbox. Bei Schnee gingen sie nur mal kurz nach draußen, um ein paar Minuten Wintersonne zu genießen.

Dann teilte man uns plötzlich mit, dass ein Zaun um das Gehege nicht ausreicht, ein weiterer Zaun 1,5m hoch wurde gefordert. Wir entschieden uns der Einfachheit halber für einen Elektrozaun, den wir aus optischen Gründen im Gehege aufstellten, leider!

 Wie in jedem Herbst zogen unsere Ferkel in ihre neuen Familien um. Zwei unserer Jungsauen sowie Eber Marlow zogen ebenfalls aus. Vielleicht haben wir zu diesem Zeitpunkt schon geahnt, was noch kommt. Gleichzeitig erreichten uns immer häufiger Anrufe, ob wir Minischweine aufnehmen oder bei der Vermittlung helfen können. Alle von Besitzern, die aus den unterschiedlichsten Gründen die Auflagen nicht erfüllen konnten.

 Der Elektrozaun war leider keine gute Idee, denn unsere Schweine kannten keinen Strom. Schon am ersten Tag berührte Stubsi den Stromdraht mit der Nase. In Panik „riss“ sie das gesamte Tor nieder und alle drei rannten in ihre Box im Stall und diese haben sie nicht mehr verlassen. Nicht, weil sie nicht durften, nein, weil sie einfach nicht wollten, nicht einmal die besten Leckerlis halfen. Im Gegenteil, sie verweigerten ihr Futter, bewegten sich kaum noch. Nach wenigen Tagen starb Stubsi über Nacht. Sie hatte kein Fieber, keine äußerlichen Anzeichen einer Erkrankung nichts, wir waren ratlos. Die beiden andern 10-jährigen Minischweindamen haben wir nach vielen Diskussionen in der Familie sowie anderen Haltern und Gesprächen mit unserem Tierarzt erlöst, da sich ihr Zustand nicht besserte, sondern eher verschlechterte.

 

Die Ära der Minischweine vom Spukberg ging an diesem traurigen Tag zu Ende. Selbst, wenn schon drei Jahre vergangen sind, vermissen wir die kleinen quirligen Steckdosennasen noch immer.

 


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